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SAP Fiori in der Praxis: Vorteile, Herausforderungen und Expertentipps

Von Jeremia Girke
Fiori

Einfacher, schneller, moderner – diese drei Schlagwörter fassen gut zusammen, was SAP mit Fiori erreichen möchte. Dafür stellt die neue User Experience (UX) die Anwender und ihren Arbeitsalltag ins Zentrum, nicht mehr die reinen Funktionen.

Im Klartext heißt das: Selbsterklärende Apps für einen Arbeitsschritt statt der teils umfassenden Transaktionen des SAP GUI (Graphical User Interfaces). Außerdem eine Benutzeroberfläche, die individuell und rollenspezifisch an die Bedürfnisse der Nutzer angepasst werden kann.

Klingt erstmal gut! Trotzdem setzen recht wenige Unternehmen auf Fiori. Warum? Wie sieht die Technik dahinter aus? Was bringt ein Umstieg? Unser Artikel bietet den kompletten Überblick zu Fiori.

  • Fiori ist die intuitive User Experience (UX) für SAP S/4HANA und soll das klassische SAP GUI ablösen.
  • SAP Fiori Apps lassen sich auf allen Endgeräten bedienen und brechen komplexe Transaktionen auf rollenbasierte Prozesse herunter.
  • Fiori Elements und SAP Build Apps ebnen den Weg, um eigene Technologien schnell und standardkonform aufzusetzen.

Was ist SAP Fiori?

Wer sich das SAP GUI (Graphical User Interfaces) anschaut, fühlt sich ins vergangene Jahrtausend katapultiert: Ordner stehen Reihe an Reihe, ausufernde Eingabemasken erschlagen die Nutzer und Kommandos lösen Prozesse aus. Gerade für Nicht-ITler ist das überfordernd, weil wir in unserem privaten Alltag mittlerweile ganz andere Standards gewohnt sind: Apps auf dem Smartphone werden intuitiv mit wenigen Klicks bedient, Oberflächen sind grafisch ansprechend und mit einer guten Übersicht.

Mit Fiori möchte SAP diese Erfahrungen aus dem Consumer Bereich in die Unternehmen überführen. Warum? Eine hohe Usability ist heute Normal und ein wichtiger Erfolgsfaktor. Da kaum ein Geschäftsprozess ohne digitale Anwendungen auskommt, entscheidet die Benutzerfreundlichkeit zunehmend über die Produktivität und den wirtschaftlichen Erfolg eines Unternehmens. 

Deswegen haben die Walldorfer Fiori zur zentralen User Experience (UX) in SAP S/4HANA erklärt. SAP investiert konsequent in die Weiterentwicklung der Oberfläche und stellt neue Funktionen wie Embedded Analytics oder KI-gestützte Prozesse bevorzugt oder exklusiv über Fiori bereit. Mit dieser Strategie soll das alte GUI in den kommenden Jahren abgelöst werden.

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Fiori Launchpad und Fiori Apps

Das Ziel von SAP Fiori ist eine einheitliche, rollenspezifische und intuitive Nutzererfahrung auf verschiedenen Geräten und über Anwendungen hinweg. Deswegen läuft die relativ neue UI-Technologie in jedem Browser, der HTML5-kompatibel ist.

Wichtige Bestandteile von SAP Fiori sind sowohl Apps als auch das Fiori Launchpad.

Letzteres ist der zentrale Startbildschirm und Zugriffspunkt auf alle Apps. Ähnlich wie auf einem Smartphone kann das SAP Fiori Launchpad personalisiert und an die eigenen Aufgaben und Anforderungen angepasst werden. Das Launchpad bietet außerdem eine Suchfunktion, um Anwendungen einfacher zu finden.

Das Fiori Launchpad kann in das SAP Enterprise Portal, den SAP Business Client und als Stand-Alone-Lösung im Browser verwendet werden. Das Launchpad wird ausschließlich auf der Clientseite ausgeführt und ist eine vollwertige Alternative zum NetWeaver Portal.

Mit SAP Fiori Apps können Unternehmen ihre Geschäftsprozesse optimieren und ihre Mitarbeiter mit benutzerfreundlichen, persönlichen Benutzererfahrungen unterstützen. Dafür sind die Anwendungen für eine bestimmte Rolle und eine spezifische Aufgabe konzipiert. Jede Anwendung enthält entsprechend nur die Daten und Funktionen, die für den Prozessschritt wirklich nötig sind. Das schafft Übersichtlichkeit und ist ein großer Unterschied zu klassischen SAP-Transaktionen, die häufig mehrere Prozessschritte und Teilaufgaben beinhalten.

Bereitgestellt werden die Applikationen in der SAP Fiori Apps Reference Library. Dort versammeln sich mittlerweile fast 17.000 Fiori-Apps (Stand: Juli 2025).

Mithilfe einer freien Suchfunktion und verschiedenen Kriterien können passende Lösungen gefunden werden. Auch stellt SAP für jede Fiori App eine ausführliche Beschreibung sowie Screenshots bereit.

Selbst Demos können genutzt werden. So kann vor dem eigentlichen Implementierungsprozess überprüft werden, ob die Anwendung für den entsprechenden Geschäftsprozess geeignet ist.

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Tipp aus der Praxis

Immer mehr Kunden wünschen sich eine individuelle Modulberatung. Sie wollen wissen, welche SAP Apps sich für ihre Prozesse eignen, welche Erfahrungswerte es bei anderen Unternehmen gibt und wie die Roadmap ausschaut. Bei eubuleus können wir diese Beratungsleistung für spezifische Anwendungen in Einzelfällen erbringen.

Arten von Fiori Apps

Gemeinsam ist allen Fiori Apps, dass sie nach dem „Mobile-First-Ansatz“ entwickelt werden. Das bedeutet, dass sie auf dem Desktop-PC im Büro genauso gut funktionieren wie auf dem Smartphone, Tablet oder einem Gerät im Lager.

Dieser Ansatz bietet enorme Vorteile: Arbeiten lassen sich an jedem Ort erledigen, Daten stehen Mitarbeitern im Außendienst jederzeit zur Verfügung und auch die Lagerverwaltung kann dadurch verbessert werden.

Daneben folgen alle Apps im besten Fall dem 1-1-3-Prinzips: ein Nutzer – ein Use Case – maximal drei Schritte. Dieser informationsarchitektonische Ansatz stellt sicher, dass die Anwendungen nicht überladen werden und die einfache Bedienbarkeit erhalten bleibt.

Grundsätzlich können SAP Fiori Apps folgende Funktionen abdecken:

Transaktionale Apps

Sie vereinfachen Geschäftsprozesse und ermöglichen es, konkrete Aufgaben auszuführen (zum Beispiel eine Bestellung anlegen, Abwesenheiten eintragen).

Analyse-Apps 

Sie visualisieren Kennzahlen rollenbasiert und in Echtzeit und helfen dabei, datengestützte Entscheidungen zu treffen.

Infoblätter (Fact Sheets) 

Sie liefern eine 360-Grad-Sicht auf zentrale Objekte wie einen Kunden oder ein Produkt. Anwender können per Drilldown weitere Details und verbundene Informationen abrufen sowie direkt aus dem Factsheet heraus Aktionen starten.

Die Entwicklung der Fiori-Landschaft

Fiori ging im Mai 2013 an den Start. Die ersten SAP Apps bildeten einfache, häufig genutzte SAP-Transaktionen wie Urlaubsantrag, Zeiterfassung oder Bestellfreigabe als einzelne, rollenbasierte Kacheln ab. Funktionen wie Benachrichtigungen, umfangreiche Personalisierungen oder eine intelligente Navigation waren noch nicht umfassend vorhanden.

Drei Jahre später kam SAP Fiori 2.0 heraus und damit die „Me Area“ für persönliche Einstellungen sowie die „Notification Area“ für Unternehmensbenachrichtigungen. Auch ein modernerer Look & Feel wurde eingeführt. Das Konzept von Fiori 2.0 gewann sogar den Red Dot Design Award.

Fiori 3.0 wurde 2019 veröffentlicht. Das Ziel: eine einheitliche Benutzererfahrung über alle SAP-Cloud- und On-Premise-Lösungen hinweg. Dafür wurde SAP Quartz Light als einheitliche Designsprache mit dem hellgrauen Hintergrund eingeführt.

Alt-Text: Zwei elektronische Geräte zeigen ein SAP-Dashboard mit verschiedenen Kennzahlen und Grafiken. Die Benutzeroberfläche ist übersichtlich gestaltet und bietet eine Vielzahl von Datenanalysen. Dieses Bild verdeutlicht die Nutzung von SAP-Software zur Datenvisualisierung und Entscheidungsfindung in Unternehmen.

Quelle: SAP Community

Technische Grundlagen von Fiori

Eine Fiori-App folgt dem Prinzip der modernen Anwendungsarchitektur und trennt zwischen Benutzeroberfläche (Frontend) und Datenlogik (Backend). Das Frontend ist dabei die sichtbare Oberfläche, mit der Nutzer interagieren. Es ist dafür verantwortlich, die Daten ansprechend und verständlich darzustellen. Das Backend liefert über einen Datenservice die passenden Informationen an die App und nimmt Eingaben entgegen, um sie im SAP-System zu verarbeiten.

Schauen wir uns die dahinterliegenden Schlüsseltechnologien bei Fiori an:

SAPUI5

SAPUI5 (SAP User Interface for HTML5) ist das strategische Framework von SAP zur Entwicklung moderner Benutzeroberflächen. Es basiert auf Web-Standards wie HTML5, CSS3 und JavaScript und stellt einen Baukasten mit fertigen grafischen Elementen wie Buttons, Tabellen und Eingabefelder zur Verfügung.

Das sorgt für ein einheitliches Design über alle Fiori-Apps hinweg und beschleunigt die Entwicklung. Der von SAP bereitgestellte Code einer Standard-App kann dabei flexibel und release-sicher erweitert werden.

OData

OData (Open Data Protocol) ist der Klebstoff, der das Frontend mit dem Backend verbindet. Es ist ein von Microsoft definiertes, HTTP-basiertes Protokoll, das Daten aus dem SAP-System anfordert oder dorthin zurückschreibt.

Der große Vorteil: Da OData ein Standard ist, können Fiori Apps nicht nur auf Daten aus dem SAP-System zugreifen, sondern auch Informationen aus Drittsystemen integrieren.

 SAP Gateway

Das SAP Gateway ist die zentrale Infrastruktur, die die OData-Services bereitstellt. Es bildet eine sichere Brücke zwischen dem SAP-Backend mit den sensiblen Geschäftsdaten und den externen Anwendungen wie der Fiori-App im Browser. Das Gateway nutzt offene Standards wie http, JSON und XML, wodurch eine hohe Interoperabilität zwischen verschiedenen Plattformen gewährleistet wird.

3 Vorteile von SAP Fiori

Aus meiner Sicht hat Fiori drei wesentliche Vorteile: 

  1. Es entsteht eine einheitliche und selbsterklärende Oberfläche für die Anwender. Gleiche Funktionen befinden sich immer an der gleichen Stelle. Dadurch können Mitarbeiter mit weniger IT-Kenntnissen schnell und produktiv damit arbeiten. Das reduziert die Fehlerquote bei der Eingabe und steigert Zufriedenheit. 
  2. Im Gegensatz zu den komplexen GUI-Transaktionen, die oft eine ausführliche Erklärung erfordern, konzentriert sich eine Fiori-App auf eine einzige, klar definierte Aufgabe. Das reduziert die Einarbeitungszeit und den Schulungsaufwand erheblich.
  3. Das SAP ERP ist nach wie vor eine Desktop-Anwendung. Nur wenige nutzen das System auch unterwegs. Trotzdem spielt der „Mobile first“-Ansatz in bestimmten Situationen seine Stärken aus. Beispielsweise kann nun ein Lagermitarbeiter die Inventur über ein Handheld direkt am Regal machen.  

Herausforderungen beim Einsatz von SAP Fiori

In der Praxis sehe ich bei Kunden vor allem drei große Herausforderungen:

Performance 

Fiori-Apps laufen im Browser. Je nach Konfiguration kann es passieren, dass die Applikationen bei jedem Aufruf neu vom Server geladen werden muss. Sie werden also nicht im Cache zwischengespeichert.

Das ist so, als müsste eine Smartphone-App bei jeder Nutzung neu aus dem App-Store heruntergeladen werden. Nervig und zeitraubend.

Dem lässt sich zwar mit korrekten Caching-Einstellungen entgegenwirken. Allerdings kann das von Unternehmen zu Unternehmen sehr herausfordernd sein. Eine Standardlösung gibt es nicht.

Medienbrüche 

Das SAP GUI deckt nach wie vor die meisten Standardprozesse ab. Wenn nun eine einzelne SAP Fiori App eingeführt wird, ist diese nur für einen Teilschritt ausgelegt.

Dieser Medienbruch führt dazu, dass der Anwender ständig zwischen GUI und SAP Fiori Launchpad wechseln muss. Das frustriert und führt verständlicherweise zu der Frage: „Warum kann ich das nicht alles im GUI machen?“ SAP Fiori bekommt so einen schweren Stand in der Belegschaft.

Deshalb mein Rat: Die Umstellung auf das User Interface sollte prozessweise passieren. So können alle Arbeitsschritte eines Prozesses ohne Medienbruch erfolgen.

Ineffizienzen

Auch wenn SAP Fiori in vielerlei Hinsicht Prozesse effizienter gestaltet, an manchen Stellen bewirkt das System exakt das Gegenteil. Ein gutes Beispiel dafür ist die Bearbeitung von Formularvorlagen für das neue Output Management in SAP S/4HANA.

Um eine Vorlage anzupassen, geht man in die SAP Fiori App, lädt das Dokument herunter, bearbeitet es lokal mit dem Adobe LiveCycle Designer und springt dann wieder in die Fiori-App zurück, um es hochzuladen.

In der GUI ist das einfacher: Ändern klicken. Direkt bearbeiten. Speichern. Testen. Fertig.

Eigene Fiori-Apps entwickeln

SAP Fiori bietet die Möglichkeit, Anwendungen zu entwickeln, da die eigenen Schritte stark vom Standard abweichen können und noch nicht alle Prozesse zentral in der Libary hinterlegt sind. 

Bevor eine Eigenentwicklung angegangen wird, sollten folgende Fragen geklärt werden:

  1. Welche Funktion soll abgebildet werden?
  2. Gibt es eine SAP Fiori App, die den Prozessschritt abdecken kann?
    • Wenn ja: Warum reicht die Anwendung nicht aus?  
    • Wenn nein: Gibt es eine Alternative, die über eine Standard-App abgebildet werden kann?
  3. Reicht eine Anpassung der SAP Fiori App aus?

Erst, wenn es keine passende App gibt oder die dritte Frage mit Nein beantwortet werden muss, macht eine Eigenentwicklung in meinen Augen Sinn.

SAP Fiori Design Guidelines

Die Fiori-Guidelines sind ein umfassendes Regelwerk, das sowohl Designkonzept als auch konkrete Layout-, Interaktions- und Technologievorgaben für die SAP Fiori Apps umfasst. Damit wird sichergestellt, dass eigene Entwicklungen eine hohe User Experience bieten und sich nahtlos in die Fiori-Plattform einfügen.

Leider wird das oft vernachlässigt, mit dem Ergebnis, dass die neuen Apps am Ende aussehen wie alte GUI-Transaktionen – und der Anwender sich wieder neu zurechtfinden muss.

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Um die Vorteile von Fiori vollumfänglich nutzen zu können, ist es sinnvoll, die Fiori-Guidelines einzuhalten. Diese bestehen im Wesentlichen aus fünf Prinzipien:

PostionsbasiertResponsiveSimpelKohärentBegeisternd

Quelle: SAP Community

  1. Rollenbasiert: Nutzer sehen nur die SAP-Anwendungen und Funktionen, die für ihre Business-Rolle relevant sind und ihre Aufgaben benötigt werden.
  2. Responsive: Die Oberfläche passt sich an die Displaygröße des Endgeräts an.
  3. Einfach: Jede App ist auf eine klar umrissene Aufgabe fokussiert und in maximal drei Schritten bedienbar.
  4. Kohärent: Ein standardisiertes Layout mit einer konsistenten Navigation garantiert eine schnelle Bedienung.
  5. Ansprechend: Das Vorbild ist die Consumer-Software. Die Apps verfügen entsprechend über ein ansprechendes, selbsterklärendes Aussehen.

Fiori Elements

SAP Fiori elementsMetadata-gesteuerte unter Verwendung von AnnotationsSAPUI5 freestyleJavaScript Framework und UI Library+Effizienz+FlexibilitätFlexible Programming Model

Quelle: SAP Community

Fiori Elements ist ein mächtiges Werkzeug, um die Entwicklung eigener Anwendungen zu beschleunigen. Dahinter verbirgt sich ein Framework von SAP zur schnellen und effizienten Entwicklung standardisierter, benutzerfreundlicher SAP Fiori Apps – ohne großen Programmieraufwand.

Wie das geht?

Mithilfe von ABAP und CDS View genauer gesagt dem SAP RESTful Application Programming Model (RAP) wird ein Datenmodell erstellt. Über Annotationen wird dann festgelegt, wie diese Informationen im User Interface angezeigt, strukturiert und interaktiv genutzt werden sollen.

Fiori Elements liest diese Metadaten automatisiert aus und erzeugt daraus die Benutzeroberfläche wie Listen, Tabellen, Formulare oder Detailseiten. Entwickler beeinflussen so mit Annotationen das Layout, die Navigation, sichtbare Felder und Interaktionen.

Gleichzeitig müssen sie nicht selbst das Frontend mithilfe von JavaScript bauen. Die gesamte App-Logik wird im Backend festgelegt. Außerdem werden automatisch die Fiori Guidelines eingehalten – für ein Nutzererlebnis aus einem Guss. Von diesen Vorteilen profitieren vor allem IT-Teams, die nahe an der Belastungsgrenze sind. 

SAP Build Apps

Alt-Text: Übersicht der SAP Business Technology Platform mit drei Bildschirmen, die die Funktionen "SAP Build Apps", "SAP Build Process Automation" und "SAP Build Work Zone" zeigen. Die Darstellung umfasst visuelle App-Erstellung, Prozessautomatisierung und die Gestaltung von Geschäftsanwendungen. Eubuleus Mitarbeiter:in im violetten Hoodie arbeitet an einem der Bildschirme.

Quelle: SAP Discovery Center

Neben Fiori Elements setzt SAP mit SAP Build Apps auf die Demokratisierung der Anwendungsentwicklung. Diese No-Code-Plattform ermöglicht es Anwendern aus den Fachbereichen, per Drag-and-drop professionelle Unternehmensanwendungen zu erstellen – ganz ohne eine Zeile Code und fast ohne Einarbeitung.

Datenmodelle und Geschäftslogiken lassen sich so rein visuell erstellen. Hinzu kommen vorkonfigurierte Komponenten, Konnektoren und Integrationen für eine reibungslose Verbindung mit anderen Lösungen und Medien im System. 

Der entscheidende Vorteil im Fiori-Kontext: Benutzer von SAP Build Apps können auf das Fiori-Designsystem und das spezielle Fiori Thema zurückgreifen. Da Build Apps auf der SAP Business Technology Platform (BTP) läuft, lassen sich die erstellten Anwendungen sogar im Fiori Launchpad bereitstellen. 

Fazit: Die Zukunft von Fiori

SAP möchte Fiori zum neuen Standard in SAP S/4HANA machen. Die Praxis sieht allerdings etwas anders aus: Bei den meisten unserer Kunden ist nach wie vor das alte SAP GUI im Einsatz.

Klar: Der Umstieg auf die neuen Produkte ist für viele Unternehmen eine große Herausforderung. Die Performance-Themen und die Notwendigkeit, ganze Prozesse statt einzelner Apps umzustellen, bremsen die Motivation.

Trotzdem werden in den kommenden Monaten und Jahren viele Firmen auf Fiori Anwendungen umstellen müssen – allein, weil SAP darauf einen Fokus setzt und neue Business Software nur noch in Fiori abbildet. Das ist vor allem für all jene Unternehmen ein Faktor, die verstärkt künstliche Intelligenz in ihren Prozessen integrieren möchten. Stichwort: SAP Joule.

Es steht also fest: Die Zukunft gehört den Kacheln und Apps.

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